01.06.2011
ASYLBEWERBER: Boykott unterstützt
Aktion gegen Gutscheinsystem

HENNIGdSORF – Das Aktionsbündnis Hennigsdorfer Ratschlag unterstützt die heute beginnenden Protestaktionen der Bewohner des Flüchtlingsheims in Stolpe-Süd gegen das vom Landkreis angewandte Gutscheinsystem. Die Asylbewerber wollen ihren Boykott um 7 Uhr starten. Die Organisatoren erwarten vor allem zwei Stunden später Unterstützung, wenn Mitarbeiter der Kreisverwaltung mit dem Verteilen der Wertgutscheine beginnen.

Der Hennigsdorfer Ratschlag fordert die Abschaffung des diskriminierenden Verfahrens. In Oberhavel dürfen Asylbewerber nur in bestimmten Geschäften einkaufen und lediglich Nahrungsmittel und kleinere Haushaltswaren erwerben.

Mitglieder des Ratschlags hatten bereits Ende 2001 gemeinsam mit Asylbewerbern vor dem Lidlmarkt die Abschaffung der Gutscheine gefordert. 2003 beantragten sie dies offiziell beim Sozialamt des Landkreises. Dies wurde vom zuständigen Dezernenten zurückgewiesen. „Wir fordern die Achtung der Menschenrechte auch in Oberhavel, denn Wertgutscheine diskriminieren und bevormunden Menschen“, erklären Marina Schneider und Gottfried Litta vom Hennigsdorfer Ratschlag. Unterstützt wird der Gutscheinboykott auch vom Forum gegen Rassismus in Oranienburg. Es fordert die Kreisverwaltung und den Kreistag auf, Schluss zu machen mit der Ausgrenzung von Asylsuchenden. ub


Quelle: maerkischeallgemeine.de

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