01.06.2011
Brennende Gutscheine
Hennigsdorf – „Am liebsten würde ich mich an der Kasse verstecken. Aber wir müssen beim Bezahlen Gesicht zeigen“, berichtete eine Bewohnerin des Hennigsdorfer Asylbewerberheims während der Demonstration am Mittwoch.
Von Roland Becker

Etwa 50 Asylbewerber und mindestens ebenso viele Sympathisanten hatten sich schon am frühen Mittwochmorgen vor dem Heim in Neubrück eingefunden, um gegen die in Oberhavel noch immer praktizierte Gutscheinregelung zu demonstrieren.

Nach Angaben des Flüchtlingsrats Brandenburg gibt es im Land nur noch fünf Kreise, die nicht auf Bargeld umgestellt haben. Immer wieder erklärten, riefen und schrieen gestern die Asylbewerber, dass sie die Gutscheine als diskriminierend empfinden. „Das tut so weh, dass man manchmal nicht schlafen kann“, rief eine Asylbewerberin der Menge zu.

Die Polizei war mit rund 20 Einsatzkräften vor Ort, hielt sich aber weitestgehend zurück.

Mit einem vonseiten der Demonstranten vorgeschlagenen Kompromiss endete am Mittag die Blockade friedlich. Zuvor war mit Matthias Kahl schriftlich vereinbart worden, dass es in der kommenden Woche ein Gespräch zwischen Asylbewerbern, deren Unterstützern und Kreis-Sozialdezernent Michael Garske geben wird.

Die Ausgabe der Gutscheine soll in der nächsten Woche nachgeholt werden. Sollte ein Asylbewerber zuvor in eine Notlage geraten, könne er sich heute an die Heimleitung wenden, erklärte Kreissprecherin Irina Schmidt auf Nachfrage.


Quelle: die-mark-online.de

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